Schematherapie

Die Schematherapie nach Jeffrey Young (Young et al., 2008) ist eine neue Richtung der Verhaltenstherapie. Schematherapiebezieht sich nicht nur auf aktuelle Probleme, sondern auch auf deren Entstehungsgeschichte, die überwiegend in der Kindheit und Jugend zu finden ist.

 

Was ist ein Schema?

 

Jeder Mensch entwickelt in seiner Kindheit Konzepte (Schemata) von sich selbst, von anderen und von der Welt. Diese Schemata sind die Grundlage dafür, wie er später mit den verschiedenen Situationen im Erwachsenenleben umgeht. Ein Schema ist demnach ein meist in der Kindheit entwickeltes festes Muster aus zusammengehörigen Erinnerungen, Gefühlen, Gedanken und Verhaltensweisen.

 

Wenn die Grundbedürfnisse von Kindern (z. B. Sicherheit, Liebe, Akzeptanz oder Freiheit, sich auszudrucken) erfüllt werden, entstehen gesunde Schemata und Kinder können positive Bilder von sich, anderen und der Welt als Ganzes entwickeln. Manche Menschen erfahren jedoch während ihrer Kindheit keine Unterstützung und Sicherheit, sondern werden emotional vernachlässigt. Dadurch ist es ihnen nicht möglich, gesunde Konzepte über sich selbst und ihre Umwelt zu lernen. Dann entstehen in Wechselwirkung mit biologischen Faktoren (Temperament und Veranlagung des Kindes) dysfunktionale (problematische) Schemata. Wenn traumatische Erfahrungen wie der Verlust eines Elternteils oder emotionaler, körperlicher oder sexueller Missbrauch hinzukommen, ist die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung dysfunktionaler Schemata noch größer.

 

Woraus besteht die Therapie?

 

Die Therapie nutzt verschiedene Methoden und Übungen. Dabei ist die therapeutische Beziehung  von essentieller Bedeutung. Die therapeutischen Techniken setzen über drei Zugangswege an:

  • über das Denken (kognitive Techniken),
  • über das Fühlen (emotionsorientierte Techniken) und
  • über das Handeln  (verhaltensbezogene Techniken).